Reisebericht vom Februar 2007
Von Ruth Umbricht und Silvia Hunziker nach The Gambia
Bericht
Reisebericht vom Juni 2006
Reise nach Kunkujang von Christoph Umbricht und Ron Smit
Bericht
Reisebericht vom 12. – 19. Januar 2005
Von Ruth Umbricht und Silvia Hunziker nach The Gambia
Mit einem Flugzeug voll fröhlicher Gambier, die alle zu Hause „Tobaski“ feiern wollen, landen wir am Mittwoch, 12 .Januar, abends, in Banjul.
Gleich anderntags holt uns Dr. Robinski um 10 Uhr im Hotel ab, damit wir an der Einweihung der Halle für die Marktfrauen in der „Primary-School“ von Bijilo teilnehmen können. Wir werden mit Trommeln und Tänzen empfangen. Nach endlosen Begrüssungen und Ansprachen kann ich das Band durchschneiden.
Die Frauen, alle in rosa Festgewändern, sitzen mit Pfannen voll Reis und Gemüse, sowie Kesseln mit gefrorenen Fruchtsäften und allerlei Undefinierbarem bereit. Hier können die Kinder für sehr wenig Geld ihr Mittagessen kaufen. Nach den obligaten Interviews für Zeitung und Fernsehen können wir uns verabschieden.
Am Freitag fahren wir mit Georg Binkert nach Kunkujang zu „unserer“ Schule. Wir sind überrascht, was er in diesem. Jahr alles bewirkt hat. Tafeln weisen uns den Weg zur Schule, deren Areal jetzt fein säuberlich von einer Mauer eingefasst ist. Dann stehen wir vor dem neuen Haus und sind total begeistert, so schön uns solid ist es. Auch der Innenausbau kann sich sehen lassen.Die Küche mit Keramikplatten bis zur Decke hat drei Kochstellen mit Rauchabzug. Gekocht wird mit Holz. Ein grosser Essraum und zwei Vorratsräume vervollständigen das Ganze. Die Möblierung ist geplant und wird in Kürze erfolgen.
Nun wollen wir einen Schulbesuch machen und werden von den Lehrern wärmstens begrüsst. Es ist ein Wiedersehen mit alten Bekannten. Zwei neue Lehrer sind dazu gekommen. Die Kinder kommen gelaufen und alle wollen die „Tubabs“ berühren. 210 Schüler besuchen jetzt die Nursery-School, sie kommen aus einem Umkreis von bis zu 3 km und sind zwischen 3 und 6 Jahren alt.
Mr. Sanneh, der Headmaster, hat sich zu einem tüchtigen Organisator entwickelt. Auch die Weiterbildung des Lehrkörpers macht sich positiv bemerkbar. Dies bestätigt uns der Vorsitzende der Schulkommission, der ebenfalls anwesend ist und uns seinen Dank ausspricht. Zum Abschied überreichen uns die Lehrerinnen selbstgenähte Kleider, die wir am Sonntag zum Fest anziehen sollen.
Nachdem wir uns am Samstag ausruhen konnten, steht also heute Sonntag das grosse Einweihungsfest auf dem Plan. Das ganze Dorf und alles was Rang und Namen hat ist eingeladen. Wie üblich beginnt das Ganze mit 2 Stunden Verspätung . Ausser uns pünktlichen Schweizern scheint das aber niemanden zu stören. Es wird getrommelt, gepfiffen und getanzt und alle amüsieren sich grossartig.
Endlich ist es soweit: Der Imam eröffnet mit einem Gebet die Feier. Es folgen Darbietungen der Schüler, die zeigen, was sie gelernt haben. Auf Englisch wird gezählt. Das ABC, die Wochentage, die Monate etc. werden aufgesagt und vieles mehr. Dann folgen Reden am Laufmeter und dazwischen immer wieder Trommeln und Tanzen. Zu guter Letzt darf ich dann das berühmte Band durchschneiden. Mit grossem Jubel und viel Gedränge wollen alle das neue Haus besichtigen.
Als letzter Akt pflanzen wir gemeinsam zwei Mangobäume. Dann wird es langsam Zeit für uns das Feld zu räumen und das Fest den fröhlichen Dorfleuten zu überlassen.
Bis jetzt war unser Aufenthalt vorwiegend mit Festivitäten ausgefüllt. Doch heute müssen Bankgeschäfte erledigt werden. Diese nehmen mehr Zeit in Anspruch als wir uns vorgestellt haben. Bis jeweils die Säcke voll Dalasi gezählt sind, vergehen Stunden. Zur Orientierung: 1 SFR. sind 24 Dalasi und die grösste Banknote in Gambia ist 100 Dalasi. Es ist sehr kurzweilig, die Menschen zu beobachten. In ihren bunten Kleidern stehen sie nicht stur und mit gelangweilten Gesichtern in der Schlange vor dem Schalter, sondern es gibt immer etwas zu schwatzen und zu gestikulieren.
Am Nachmittag findet das Treffen mit unseren persönlichen Patenkindern, Abou und Lamin, statt. Ganz unafrikanisch sind die beiden pünktlich zur Stelle. Wir besprechen mit ihnen die weitere Zukunft, Schulkarrieren usw.
Am Dienstag besuchen wir mit Georg Binkert und Headmaster Sanneh eine andere Nursery-School, die von einer internationalen Trägerschaft gesponsert wird. Wir sind sehr beeindruckt von der Organisation und empfehlen unseren Lehrern diesem Vorbild nachzueifern.
Zum Abschluss beraten und diskutieren wir über das weitere Vorgehen und zukünftige Projekte. Wir sind sehr zuversichtlich und sicher, dass bei unserem Georg Binkert und seiner Frau Esther alles in besten Händen ist.
Schon wieder Mittwoch! -------Wir können kaum glauben, dass wir uns bereits wieder auf den Weg zum Flughafen machen müssen. Zu unserer Überraschung erwarten uns dort Abou und Lamin. Zum Abschied wollen sie uns ein Geschenk mitgeben. Es ist ein buntes afrikanisches Kleid!
So treten wir unsere Heimreise an, voller Freude über alles was wir erfahren durften und natürlich auch schon wieder mit Vorfreude aufs nächste Mal.
Reise vom 11. – 18. Januar 2003 von Ruth Umbricht und Silvia Hunziker nach The Gambia
Am Samstag, 11. Januar 2003, kurz vor Mitternacht, landen wir nach 6-stündigem Flug in Banjul, The Gambia.
Schon am nächsten Morgen (Sonntag, 12.01.2003) treffen wir uns um 11.00 Uhr mit Herrn Dr. Robinski und erhalten allgemeine Informationen. Später werden wir von ihm abgeholt. Um 14.00 Uhr beginnt mit einem Gebet die feierliche Einweihung des vom FH gesponserten 4-Klassen-Schulhauses in Bijilo. Über tausend Kinder gehen hier zur Schule und die Platznot ist groß. In den vielen Ansprachen, die folgen, wird dann auch immer betont, wie dankbar man hier für das schöne neue Haus ist. Endlich ist es soweit, dass ich das Band vor dem Eingang durchschneiden darf. Die Kinder singen die Nationalhymne und es wird getrommelt und getanzt. Zum Schluss bringen die Frauen riesige Schüsseln mit „Benachin“, das ist Tomatenreis mit Gemüse, Huhn oder Fisch. Natürlich versuchen auch wir,der Landessitte entsprechend, diese Köstlichkeit von Hand zu essen. Alle amüsieren sich und es schmeckt wunderbar.
Montag, 13.01.03, 10 Uhr, Besprechung mit Dr. Robinski. Er erläutert seine Pläne für ein neues Projekt, welches wir am nächsten Tag besichtigen werden. Am Nachmittag findet eine Konferenz mit dem Headmaster und 2 Lehrern von der „Nursery School Kunkujang“ statt.
Alle von uns gewünschten Abrechnungen und Verträge werden uns unaufgefordert vorgelegt und wir können ohne Probleme unsere weitere Unterstützung zusagen. Wir verabreden einen Besuch in der Schule am Freitag.
Am Dienstag, 14.01.03, 9 Uhr, holt uns Dr. Robinski ab und wir fahren nach Mandjai Kunda, einem Dorf, das direkt an einer riesigen Müllhalde liegt. Die 15 Meter tiefen Brunnen enthalten alle verseuchtes Wasser und die Menschen, vor allem die Kinder, werden davon krank. Die Lage ist prekär und die Regierung lässt sich Zeit, die Missstände zu beheben. Nun haben sich die jungen Leute des Dorfes in einer Jugendorganisation zusammengeschlossen. Sie wollen eine Wasserleitung vom Reservoir der staatlichen Wassergesellschaft zum Dorf bauen und soviel wie möglich selbst machen. Für das Material (z.B. Rohre für die Wasserleitung) suchen sie jetzt Sponsoren. Dr. Robinski wird einen Kostenvoranschlag zusammenstellen und die Generalversammlung des FH wird über unsere Mitwirkung entscheiden.
Sie wollen aktiv mitwirken? Dann klicken Sie hier oder spenden Sie auf unser Konto:
Bankverbindung: Credit Suisse - 8600 Dübendorf
Kto.: 4199-886759-11 (BS-Nr. 4199)
PC-Kto.: 80-500-4
Anschließend besuchen wir nochmals die Primary School in Bijilo und verteilen in der Klasse des Patenkindes von FH an alle Kinder Hefte und Etuis. Auch 2 Fußbälle sind dabei. Die Freude ist groß.
Mittwoch, 15.01.03: Heute ist unser freier Tag. Wir sind eingeladen, mit einem Boot von „Gambia Tours“ eine erholsame Fahrt auf dem River Gambia bis zur Sklaveninsel „James Island“ zu genießen. Eine große Touristenattraktion in Juffure ist der Besuch bei den letzten Nachfahren von Kunta Kinteh, dem Helden aus dem Buch und Film „Roots“ von Alex Haley und das Museum in Albreda über die Geschichte des Sklavenhandels.
Donnerstag, 16.01.03: Jawo Nyang, unser gambianischer Koordinator, begleitet uns zum „Local Market“ in Banjul und gibt uns genaue Auskunft über Lebenserhaltungskosten und Verdienste einfacher Angestellter und Arbeiter.
In Dörfern leben oft 20 oder mehr Menschen in einem „Compound“ (mehrere kleine Hütten in einem umzäunten Dorf). Oftmals hat nur eine Person einen regelmäßigen Verdienst und Arbeit. Die Arbeitslosigkeit ist erschreckend groß.
Freitag, 17.01.03: Auf dem Programm steht heute unsere Nursery School in Kunkujang. Die Firma „Gambia Tours“ stellt uns einen Wagen mit Chauffeur zur Verfügung. Die Begleitung des Geschäftsführers und des ersten Buchhalters gibt unserem Besuch den nötigen offiziellen Touch. Entsprechend werden wir vom Dorfältesten, dem Alkalo, empfangen. Er ist die wichtigste Person des Dorfes und muss über alles informiert werden. Er versichert uns, wie sehr er unsere Hilfe schätzt und verspricht seine volle Unterstützung. Einer positiven Entwicklung der Nursery School steht nun nichts mehr im Wege.
Samstag, 18.01.03: Mit einem langem Strandlauf von Kololi bis Kotu und zurück nehmen wir Abschied vom warmen und freundlichen Gambia.
Wir haben viel gesehen und gelernt über dieses Land und seine Menschen. Unser Interesse ist geweckt und wir freuen uns, weitere Reisen dorthin zu planen.
Ruth Umbricht, Präsidentin FH
21. Januar 2003
Reiseberichte von Ruth Umbricht
Kunkujang Nursery School, The Gambia
11. Dezember 2000 bis 18. Dezember 2000
Am 11. Dezember 2000 starten wir zu unserer Inspektionsreise nach The Gambia. Wir, das sind: Silvia Hunziker, Lotti Cathrein, Urs Umbricht, Thomas Boller und meine Wenigkeit.
Gleich am ersten Abend treffen wir uns mit unseren lokalen Repräsentanten Famara Sanneh und Dr. Robinski sowie deren Frauen. Dr. Robinski und seine Frau sind Deutsche und leben seit ihrer Pensionierung in The Gambia. Dr. Robinski hat sich freundlicherweise bereit erklärt, dem Förderverein Humanitas ohne Entgelt bei der Klärung finanzieller Fragen zur Seite zu stehen. Famara Sanneh ist der offizielle Repräsentant und Vermittler zwischen der Schule und unserem Verein und verantwortlich für die finanziellen Transaktionen und deren Abrechnungen.
Am nächsten Morgen, 12. Dezember, fahren wir zur Schule in Kunkujang. Eine selbst genähte Schweizerfahne flattert zu unserem Willkommen im Wind. Wir werden vom 5-köpfigen School Committee empfangen. Als erstes wird das Schulareal 100 mal 100 Meter grosse Schulareal besichtigt.
Bei der Besichtigung der beiden Schulhausblöcke erfahren wir einiges über deren Betrieb. Brav sitzen die 4 bis 6-jährigen Kinder in ihren Schulbänken und staunen die weißen Besucher (in deren Sprache Woloff „tubab“ genannt) mit großen Augen an. Mit Eifer geben sie uns einen kurzen Beweis ihrer ersten Englischkenntnisse. Diese sind die Grundlage für den späteren Besuch der staatlichen Primary und Secondary School.
Ein wenig stolz sind wir schon auf unser Werk. Zwei Schulhäuser mit sieben Klassenzimmern für über 300 Kinder im Vorschulalter. Noch sieht das Schulareal sehr kahl aus. Ein einzelner Baum steht da. Ans Pflanzen kann aber erst gedacht werden, wenn das Schulareal umzäunt ist. Momentan tummeln sich Menschen und Tiere unbekümmert darauf. Auch das Wasser fehlt noch, ein Projekt für die Zukunft!
Während einer 3-stündigen Besprechung mit dem School Committee werden wir mit allen Sorgen, Anfragen und Informationen, die den Schulalltag betreffen, konfrontiert. Wir beschließen ein weiteres Treffen für Samstag Morgen. So haben wir Zeit, alles zu verarbeiten und uns über Preise, Löhne und andere Details zu informieren. Urs und Thomas besuchen mit Dr. Robinski den Baumarkt. Wir Frauen besorgen die nötige Schreibarbeit.
Für „Sightseeing“ bleiben uns nur noch zwei Tage. Als erstes besuchen wir Banjul, die Hauptstadt mit Markt und Hafen. Danach fahren wir nach Serrekunda, die größte Stadt in The Gambia mit vielen Geschäften, Handwerkern und dem SOS Kinderdorf. Dann geniessen wir eine erholsame Bootsfahrt durch die Mangroven zur Lamin Lodge an der Gambiamündung. Wir beschliessen unsere Tour mit einem Besuch des Holzschnitzermarktes in Brikama. Wir erleben die Bevölkerung als ausgesprochen freundlich, manchmal zwar ein wenig lästig, aber nie frech oder gar aggressiv. Gerne würden wir den Gambia River hinauffahren, um mehr von diesem schönen Land zu sehen. Doch dafür fehlt uns leider die Zeit!
Am Samstag, dem 16. Dezember 2000, findet die 2. Konferenz mit dem School Committee statt. Es werden klare Richtlinien für das weitere Vorgehen festgelegt und Prioritäten gesetzt.
• Beschaffung von Schulmobiliar für die 4 neuen Klassenzimmer im
2. Block. Zur Zeit sitzen die Kinder auf selber mitgebrachten
Holzblöcken.
• Sicherstellung der Lehrergehälter, die ca. CHF 80.00 pro Monat
betragen. Je nach Schülerzahl müssen drei weitere Lehrer
eingestellt werden.
• Abklärung der Kosten für die Einzäunungsmauer und
Wasserleitung, unter Einbezug von möglichst viel Eigenleistung
der Dorfbewohner.
• Beschaffung der nötigen finanziellen Mittel.
Der Sonntag, 17. Dezember 2000, ist der große Tag der Einweihung der neuen Nursery School. Pünktlich wie wir Schweizer sind, treffen wir um 10.00 Uhr in Kunkujang ein, um dann 2 Stunden auf den Rest der Geladenen zu warten. Dies gibt uns Gelegenheit, unser inzwischen frisch gestrichenes rosarotes Schulhaus gebührend zu bewundern und mit der anwesenden Dorfbevölkerung ins Gespräch zu kommen. Irgendwann ist dann auch die letzte wichtige Persönlichkeit da. In allerletzter Minute trifft auch noch ein Fernsehteam ein. Mit einem Gebet wird das Fest eröffnet. Die Geschichte der Schule wird erzählt und den Beteiligten der Dank ausgesprochen. Dann lassen wir während 2 Stunden Reden über uns ergehen (bei nota bene 30°C im Schatten). Dann endlich ist es soweit. Ich darf das Band vor dem 2. Block durchschneiden und die Türen öffnen. Grosses Hurra! Der Schlussakt bildet das Setzen der Ecksteine für die Einzäunung. Das ist, wie wir nach vielen Gesprächen herausgefunden haben, ein absolutes Muss.
Am Montag, dem 18. Dezember 2000, fliegen wir voller neuer Eindrücke und mit einem sehr guten Gefühl nach Hause. Die Reise hat sich gelohnt und wir werden sicher unsere Schule bald wieder besuchen.